Jahresrückblick 2015

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Conceptual image of leadership. Isolated 3D on whiteAm 30.Juli 2013 veröffentlichte ich hier meinen ersten Beitrag. Wir erwarteten gespannt den Start in eine neue Ära unseres Schulalltages. Im Frühjahr gleichen Jahres waren wir in das grundsanierte Gebäude eingezogen, die Eltern unserer zukünftigen 7.Klassen hatten sich für elternfinanzierte iPads ausgesprochen, die Lehrer hatten sich in einer Vorbereitungswoche intensiv auf das Unterrichten in einer digitalen Lernumgebung vorbereitet und unsere IT-Infrastruktur war auf einen Start mit iPad-Klassen vorbereitet. Es war also alles angerichtet und der Start verlief weitgehend reibungslos. Presse, Rundfunk und Fernsehen verfolgten das Geschehen an unserer Schule mit Interesse.

Das erste Jahr war für alle Beteiligten spannend und lehrreich zugleich. Das iPad konnte als zusätzliches Arbeitsmittel so stark punkten, dass einer Fortführung unseres Projektes nichts mehr im Wege stand. Sowohl der zweite als auch der mittlerweile dritte Jahrgang führt dank der finanziellen Unterstützung unserer Eltern das Projekt „iPad-Klassen“ weiter.

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft nimmt immer mehr an Fahrt auf, so dass ein sinnvoller Umgang mit digitalen Medien und dazugehörenden Devices auch in die Schule gehört. Dies wird inzwischen auch von offizieller Seite so gesehen, allein die Unterstützung steckt noch in den Kinderschuhen. In Mecklenburg-Vorpommern soll Informatik als Unterrichtsfach im Zusammenhang mit Medienbildung aufgewertet und eigenständig unterrichtet werden. Meiner Meinung nach hat man hier die Zeichen der Zeit erkannt, leider lässt sich dies nicht einfach übers Knie brechen. Hoffentlich geht damit auch ein Breitbandausbau in unserem Bundesland mit einher, wofür freilich nicht das Bildungsministerium verantwortlich ist.

Was tat sich 2015 positives an unserer Schule?

Positiv zu bewerten ist, dass unsere Schüler durch den Einsatz der Tablets zur Präsentation in jedem Fall eine höhere Präsentationskompetenz erworben haben und diese Form stärker als früher genutzt wird. Mindmapping mittels iPad ist ebenfalls sehr beliebt und wird intensiver als früher genutzt. Im Fremdsprachenunterricht kommen digitale Wörterbücher auf breiter Ebene zum Einsatz, ebenfalls werden Angebote der Verlage Klett und Diesterweg genutzt. Die Arbeit mit Apps wie Voice Recorder Pro oder Garageband nutze ich regelmäßig im Französischunterricht, sei es für die Phonetikschulung oder die Erstellung von kleinen Podcasts. Erstmalig nutzten wir Pyonkee, ein Scratch-Klon für das iPad, als visuelle Programmierumgebung für den Informatikunterricht. eBooks wurden im Informatikunterricht zum Thema Creative Commons erstellt, im Französichunterricht waren dies Comics mit Audioinhalten.
Höhepunkte waren wieder einmal die Forscherwochen, in denen die iPads bei der Dokumentation in Form von Protokollen, Fotocollagen und selbst erstellten Filmen ihre Stärken ausspielen konnten.
Selbst erstellte Videos bringen für die Beobachtung und Protokollierung im naturwissenschaftlichen Unterricht einen Mehrwert. Größere Filmprojekte wurden von einer kleineren Kreis unserer Schüler erstellt, dann aber auch in professionellen Stil. Nicht zuletzt hat es wieder ein StopMotion-Film auf das Nautilus-Festival in Wismar geschafft.
Der Austausch von  Dokumenten über die schuleigene Cloud, unseren WebDAV Server, ist den meisten Schülern vertraut und klappt reibungslos, alternativ nutzen wir iTunes U und weiterhin Email.
Die Zusammenarbeit mit der Computerspielschule Greifswald und der Universität Greifswald ist weiter fortgesetzt worden. Cybermobbing war ein großes Thema, welches von Studenten mit den Schülern thematisiert wurde.

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Ähnlich ist dies auch bei uns an der Schule. Der Einsatz von digitalen Lernplattformen ist weiterhin auf einen sehr kleinen Kreis von Kollegen beschränkt, dadurch wird die Akzeptanz dieser Art des Lernens bei den Schülern nicht gerade gestärkt. Ähnlich verhält es sich bei der Verteilung von Arbeitsmaterialien, dies wird von einem Großteil des Kollegiums genutzt, sollte aber in allen Fächern Anwendung finden. Nur was man selber nutzt, prägt sich ein und geht schneller von der Hand. Bei der Fortbildung unserer Kollegen sind wir meist auf uns selbst gestellt, was aus zeitlichen Gründen von meiner Person nicht umfassend geschehen kann. Überregionale Angebote können aus Gründen der räumlichen Entfernung nicht immer wahr genommen werden.
Ein Problem ist nach wie vor ein mangelndes Bewusstsein in punkto Datensicherung. Die Möglichkeit eines regelmäßigen Backups auf dem Schulserver wird nach wie vor von wenigen Schülern genutzt, so dass ich selbst in Klasse 9 einmal halbjährlich eine gemeinsame „Backup-Party“ veranstalten muss. Geht ein Gerät zwischenzeitlich kaputt, sind die Daten meistens weg, da wir iCloud in der Schule nicht nutzen.
Die Faszination des iPads zur reinen Unterhaltung (Spiele, Chat, etc.) ist latent gegeben, sicher von Schüler zu Schüler unterschiedlich, sollte hier aber nicht verschwiegen werden. Zum Erfolg gehört immer eine Portion Selbstdisziplin, als reines Unterhaltungsmedium wäre ein iPad zu teuer für den schulischen Betrieb erkauft.

Was erwartet uns im Jahr 2016?

Im nächsten Jahr sollten wir den Einsatz digitaler Lernplattformen an unserer Schule weiter vorantreiben. Im Frühjahr werden wir als Kollegium uns einer dreitägigen Klausur unterziehen, in welcher es um den effektiveren Einsatz des iPads im Unterricht geht. Dabei soll bewusst auf zwei Anspruchsebenen gearbeitet werden. Anfängern sollen die Angst genommen und grundlegende Dinge mit auf den Weg gegeben werden. Die „alten Hasen“ sollen einen effektiven Workflow für das digitale Unterrichten an unserer Schule erstellen.

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