Milliardenprogramm für Digitalisierung der Schulen geplant

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Bildungsministerin Wanka möchte in den nächsten fünf Jahren 5 Milliarden Euro in die digitale Bildung stecken, um Deutschland fit auf dem Weg in die Zukunft zu machen bzw. erst einmal die Lücke zu anderen Ländern zu schließen. Der Bund will dabei das Geld ausschließlich in Breitbandbandzugänge, WLAN und Computertechnik für die Grundschulen, weiterführenden allgemeinbindenden Schulen und Berufsschulen flächendeckend investieren.

Im Gegenzug sollen sich die für Schulpolitik zuständigen Länder um pädagogische Konzepte, Aus- und Fortbildung von Lehrern sowie gemeinsame technische Standards kümmern. Dies alles hört sich erst einmal positiv an und bringt, wenn es denn umgesetzt wird und nicht nur Wahlkampf ist endlich Bewegung in diesen für die heutige Zeit wichtigen Bereich der Bildung.

wanka

Schaut man sich das Ganze aber genauer an, könnte man auch wieder Aktionismus und keine Nachhaltigkeit dahinter vermuten. Gleichzeitig müssten nämlich viele Schulen auch saniert und mit entsprechend ausreichenden Räumlichkeiten für neue pädagogische Konzepte ausgerüstet werden. Fragen der Wartung und Betreuung der dann vorhandenen Technik, für welche jede Schule mindestens eine festangestellte IT-Kraft benötigt, wurden ebenfalls ausgeklammert. Es ist auch fraglich, ob und wie die Fortbildung und auch Ausbildung der Lehrer organisiert werden kann. Einerseits reicht die Kompetenz vieler Kollegen auch bei durchaus vorhandenem Willen nicht aus, andererseits bringen auch die Junglehrer vielfach nicht das entsprechende Know How mit, da digitale Bildung und Konzepte in der Lehramtsausbildung an den Universitäten vielfach stiefmütterlich behandelt wird.

Ohne die Lehrer einzubeziehen wird die durchaus gut angedachte Initiative verpuffen. Es wird nicht reichen, so nebenbei von „Digital Natives“ etwas zu lernen. Ein Schüler der ein Smartphones bedienen kann, mit WhatsApp und YouTube hantiert, versteht meist nicht was hinter der schönen Fassade abläuft. Bisher haben nur wenige Bundesländer erkannt, dass es nicht nur um Medienkunde geht, sondern ausgebildete Informatiklehrer und ein eigenständiges Fach Informatik an die Schulen des 21.Jahrhunderts gehören. Dies wären die Fachleute, welche den Schülern Informatiksysteme erklären, die andere Fächer als Leitfach in grundlegenden Fragen einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, etc. unterstützen könnten und durch eine spielerische Einführung in die Programmierung das Interesse an Informatik an sich wecken könnten.

Leider konnte sich die KMK immer noch nicht auf die flächendeckende Einführung eines Pflichtfaches „Informatik“ einigen. Sicher spielte dabei auch die Angst vor fehlendem Fach-Personal eine Rolle. Dabei hätte man aber mit einer zeitlichen Zielvorgabe und der gleichzeitigen Ausbildung von zukünftigen Informatik-Lehrern an den Universitäten in die Zukunft investieren können. An dieser Stelle von politischer Seite in jedem Fall eine Kehrtwende stattfinden.

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