mobile.schule – eine Nachlese

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Die 7.Tagung zum Mobilen Lernen mit Tablets und Co. hatte es in sich. Allein die Zahlen zu #molol17 mit 800 Teilnehmer, 100 Referenten und 55 Ausstellerfirmen sprechen für sich. Digitale Bildung mit mobilen Geräten ist endlich angekommen, auch im Fokus der Bildungspolitiker. Das heißt aber bei weitem noch nicht, dass Deutschlands Schulen in der Breite mit den neuen Möglichkeiten umgehen können. Dazu können dann solche Veranstaltungen wie diese in Oldenburg beitragen. Wenn auch weitgehend viele bekannte Gesichter zu sehen waren, was eine gewisse familiäre Atmosphäre erzeugte, ist die Zahl der Interessenten gewachsen und das ist das eigentlich Erfreuliche.

mobile.schule
Auftakt zu mobile.schule 2017

Es sollten auch nicht technische Probleme sein, welche in Deutschlands Schulen mit dem entsprechend politischen Willen (Finanzen) gelöst werden können, sondern der Unterricht und die Lehrer als wichtigste Akteure an sich. Einen gut strukturierten und lebendigen Unterricht können die Lehrer nur selbst vorbereiten und durchführen, das werden auch Tablets und Co. nicht leisten können. Der Mehrwert, welcher sich in vielen Unterrichtssituationen aus diesen Geräten ergibt, sollte aber jedem Lehrer gezeigt werden.

Mir fiel bei den diesjährig besuchten Workshops auf, dass das Thema „Physical Computing“ und „Coding“ mehr in den Fokus gerückt wurde. Der Calliope mini, welcher in einigen Workshops vorgestellt wurde und eine Weiterentwicklung des BBC micro:bit  ist, bringt beide Themen in die Schule. Eine Revolution des Bildungswesens, wie in einigen Publikationen schon euphorisch gefeiert, erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Eine flächendeckende Versorgung aller 3.Klassen des Saarlandes mit dem Calliope mini lässt sich politisch sehr gut verkaufen, allein der Sinn erschließt sich mir nicht. Sind dort auf einmal alle Grundschullehrer so kompetent, dass sie Coding“ (sicher auf einfachen Niveau) an ihre Schüler heranbringen? Die Grundschullehrer mögen es mir verzeihen, ich will mit dieser Aussage keinem zu nahe treten. Programmierung war in keiner Weise Teil ihrer Ausbildung und es haben sich wie auch im weiterführenden Bereich sicher wenige Kollegen mit dieser Thematik beschäftigt. Ich bin auf die Erfahrungen des Saarlandes gespannt und lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Da wir mit iPads an unserer Schule unterwegs sind, war ich natürlich auch beim Workshop zu Apples Programmiersprache „Swift“. Auf dem iPad ist Programmieren mit der App „Swift Playgrounds“ seit dem letzten Jahr mit den neuesten Geräten möglich. Didaktisch und methodisch und grafisch ist das Ganze auch sehr ansprechend mit entsprechendem Zusatzmaterial aufgebaut. Die Materialien sind demnächst auf Deutsch verfügbar, was die Attraktivität für den Unterricht an deutschen Schulen steigern wird.

Zu guter Letzt möchte ich mich für die professionelle Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung bedanken. Ich wünschte mir mehr davon, vielleicht etwas kleiner an verschiedenen regionalen Standorten.

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