Safer Internet Day und „Safe Harbor“-Nachfolger

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In Schule sind wir ja immer mit Lehre und Lernen konfrontiert. In unserem Medienkonzept spielt nicht zuletzt Prävention auch eine wichtige Rolle und der tägliche Umgang mit Minderjährigen setzt gewisse Standards im schulischen Umfeld voraus. Der Einsatz eines Schulfilters verbietet den Zugriff auf bestimmte jugendgefährdende Inhalte und erfolgt auch in unseren iPad-Klassen, wie zuvor schon in den Computerräumen. Leider sieht dies im privaten Bereich der Schüler, sei es aus Bequemlichkeit oder technischer Unkenntnis der Eltern oft anders aus.

Ein zweiter wichtiger Bereich ist der Datenschutz im Umgang mit digitaler Technik wie Handy, Tablet oder PC. Vielen Schülern ist dies durch unsere Arbeit im Unterricht bekannt. Wir nutzen in der Schule unsere schuleigene Cloud als Datenspeicher für die iPads. Einerseits sind die iPads irgendwann an ihre Kapazitätsgrenzen angelangt, anderseits bleiben die Daten im „Haus“. Da die Geräte den Schülern privat gehören, können sie für ihr privates Umfeld natürlich andere Angebote nutzen.

Dropbox, iCloud Drive, One Drive und andere Anbieter bieten auf diesem Gebiet verlockende Angebote, die mehr oder weniger Smart ins System integriert sind. Mein persönlicher Favorit ist nach wie vor Dropbox, obwohl eine NAS in meinem privaten Umfeld über DS-Cloud auch einen persönlichen Cloud-Zugang anbietet.

SID16_Flyer_a4ff205403Ist dies noch recht einfach, gestaltet sich der tägliche Umgang mit dem Internet komplizierter. Anonymes surfen bedeutet hier Verzicht auf viel Komfort. Sei es der Verzicht auf Cookies, die Benutzung ständig anderer Browser statt einem, ein Safe-Modus im Browser, verschiedene Identitäten und anderes, es kann bei Einhaltung aller Regeln schon viel Zeit und Spaß verloren gehen. Wenn ich ehrlich bin, gebe ich dort aus Bequemlichkeit auch zu viele Daten preis. Die Folge ist personalisierte Werbung, täglicher SPAM bei den Emails und Dinge von denen ich heute vielleicht noch nichts weiß.

Bisher regelte das sogenannte Safe-Harbor-Abkommen den Datenaustausch zwischen den USA und der EU. Dies ist im Oktober letzten Jahres vom europäischen Gerichtshof gekippt worden, nicht zuletzt durch die vollkommen anderen Auffassungen von Datenschutz in den USA. Viele angeblich kostenfreien Angebote im Internet bezahlen wir trotzdem, nämlich mit unseren Daten, mit täglich hinterlassenen digitalen Spuren. Die USA und die EU haben sich nun auf neue Regelungen unter dem Namen „EU-US-Privatsphäre-Schild“ geeinigt. Ob die Neuregelung dieser Vereinbarung unsere Daten besser schützt, davon sind die Experten mehrheitlich nicht überzeugt.

In diesem Sinne soll der heutige Safer Internet Day uns alle noch einmal für dieses Thema sensibilisieren.

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