Kooperationsvereinbarung zur Medienbildung unterzeichnet (Update)

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„Was lange währt, wird gut“ – sagt man ja langläufig. Ähnlich scheint es in Mecklenburg-Vorpommern zu sein, endlich haben sich entscheidende Akteure der Landespolitik zusammengefunden und den Grundstein zur Entwicklung der Medienkompetenz in unserem Bundesland gelegt. Bildungsminister Mathias Brodkorb hatte sich dahingehend schon vor einiger Zeit positioniert, mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wurde dieses Vorhaben aber auf eine neue Stufe gehoben. Ich kann dies nur begrüßen, da wir uns an unserer Schule schon vor über 3 Jahren auf den Weg gemacht haben. Seit knapp 2 Jahren versuchen wir mit unserer 1-zu-1 iPad-Lösung täglich auch einen Beitrag zur Entwicklung der Medienkompetenz unserer Schüler zu leisten. Es hat sich gezeigt, dass die „Digital Natives“ doch erheblichen Nachholbedarf haben. Die Bedienung eines Handys und das Posten auf Facebook, Instagram, WhatsApp und Co. beweist bei weitem keine ausgereifte Medienkompetenz. Die Unmenge an täglichen Informationen zu verarbeiten, filtern und auf Wahrheitsgehalt prüfen, nicht nur konsumieren und Zerstreuung suchen, sondern selbst produktiv tätig zu werden, gehören schon eher zu den Kernkompetenzen unseres digitalen Informationszeitalters.

 

Foto: Olaf Scherer

 

Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung (v.l.): Der Chef der Staatskanzlei Dr. Christian Frenzel, Bildungsminister Mathias Brodkorb, Innenminister Lorenz Caffier, Sozialministerin Birgit Hesse, Landesdatenschutzbeauftragter Reinhard Dankert und der Direktor der Medienanstalt Dr. Uwe Hornauer

Am 21.4.2015 ist in Schwerin eine neue „Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz in Mecklenburg-Vorpommern“ unterzeichnet worden. Geschlossen wurde die Vereinbarung zwischen vier Ministerien, dem Landesdatenschutz M-V und der Medienanstalt M-V. Dies ist bundesweit eine einmalige Kooperation. In der Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz in Mecklenburg-Vorpommern heißt es: „Medienbildung ist eine Zukunftsaufgabe unseres Landes, Medienkompetenz eine notwendige Schlüsselkompetenz für alle Menschen in unserer Gesellschaft. Allen Bürgerinnen und Bürgern soll die Möglichkeit gegeben werden, sich umfangreiches Wissen über heutige Medien anzueignen und ihre Kompetenzen hierbei kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Dies ist übrigens die dritte Fassung, bereits im Jahre 2007 wurde die erste Vereinbarung dieser Art in unserem Bundesland geschlossen. Ich kann nur hoffen, dass dieses Vorhaben nicht wieder an den Finanzen scheitert. Wir haben uns bereits eigenständig mithilfe des Schulträgers und der Eltern auf den Weg gemacht, wir würden aber gerne mehr Ressourcen zur Verfügung haben um noch effektiver arbeiten zu können.

Alle Details zum Kooperationsvertrag findet man hier.

2 Responses

  1. Sabine Beck

    Sehr geehrter Herr Schröder,

    Ihr Engagement begrüße ich ausdrücklich! Gern würde ich auch meinen Kindern solch‘ einen innovativen Unterricht wünschen. Schön und gut ist auch, dass Sie den nun rechtlich verbrieften Rahmen im Form der Kooperationsvereinbarung zur Förderung von Medienkompentez erwähnen. Aber – als Referentin der Staatskanzlei im Referat Medienrecht und Medienpolitik – möche ich ergänzen: Dies ist unsere dritte, aktualisierte Vereinbarung… Das heißt, der von Ihnen beschriebene „Grundstein zur Entwicklung der Medienkompetenz in unserem Bundesland“ wurde bereits 2007 gelegt. Nun, in 2015, sind wir über das Fundament längst hinaus: wir befinden uns im Ausbau der ersten Etage! Gern lade ich Sie ein auf der Medienkompetenz-Seite der Landesregierung zu surfen (www.medienkompetenz-in-mv.de), um weitere nützliche Tipps und Hinweise zum „Hausbau für Medienkompetente“ zu erhalten.

    Ich wünsche Ihrer Schule weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt.
    Mit Grüße,
    Sabine Beck

    • Enno Schröder

      Sehr geehrte Frau Beck,

      vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich wollte natürlich nicht bisher Geleistetes verschweigen. Der Grundstein sollte auch mehr auf Schule bezogen sein. In diesem Bereich ist der Faktor Lehrerfortbildung von kompetenten in der Schule arbeitenden Lehrern bisher zu wenig berücksichtigt. Dies wurde mir in meinem heutigen Workshop an der Universität Greifswald von Lehrern, Referendaren und Studenten einmal mehr bestätigt. Ebenfalls ist der Zeitfaktor,den das Installieren neuer Lern- und Arbeitstechniken für die Lehrer mit sich bringt, noch unzureichend vom Bildungsministerium berücksichtigt. Ich hoffe, dies wird auch ein wenig von den verantwortlichen Akteuren erkannt. Technik alleine bringt keinen Erfolg en passant, es bedarf auch kluger Köpfe die sinnvoll damit umgehen, ansonsten kommen wir über den Unterhaltungsstatus nicht hinaus. Das kann nicht der Anspruch von Schule sein. Ich werde demnächst noch einmal einen Artikel über Ihre Seite auf unserem Blog veröffentlichen, schließlich sind wir Akteure mit gleichen Zielen. Vielen Dank noch einmal für den Hinweis.

      Mit freundlichen Grüßen
      Enno Schröder

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